Prä- und Probiotika

In der zehnten Woche unserer 12-wöchigen Challenge beschäftigen wir uns mit einem neuen Thema: und zwar, was du noch tun kannst, um deine gesunde Ernährung optimal zu ergänzen. Dadurch unterstützt du deine Darmflora positiv, was wiederum noch mehr beim Abnehmen hilft.
Wir nehmen Prä- und Probiotika unter die Lupe.

Unterstütze deine Darmbakterien

In dieser Phase unserer Challenge geht es darum, deine Darmflora wieder in ein ideales Gleichgewicht zu bringen. In deinem Darm leben eventuell Bakterien, die dein Abnehmen verhindern können, weil sie jede Kalorie zu effektiv verwerten: dies verursacht eine höhere Fetteinlagerung.
Diese Bakterien ernähren sich vor allem aus leeren Kohlenhydraten, wie Zucker, Mehl, Stärke usw.

Sehr viele dicke Menschen nehmen kaum mehr Kalorien zu sich um abnehmen zu können und trotzdem gelingt es nicht – genau wegen dieser Bakterien. Wieder einmal wird es bewiesen, dass nicht die Menge an Kalorien zählt, sondern die Qualität!
Sie können nicht verstehen, warum sie kein Gewicht verlieren, obwohl sie so wenig essen und jede Portion mühsam und extrem sparsam einteilen. Und sie hungern dabei.
Diese Bakterien sind nämlich darauf spezialisiert, die kohlenhydratreiche Nahrung restlos aufzunehmen, zu verwerten und somit schließlich alles in Fett umzuwandeln.
Wenn die Darmflora bereits so weit verändert ist, reicht auch nicht immer eine radikale Ernährungsumstellung aus, die Darmflora muss ganz neu besiedelt werden.

Wenn dich genauer interessiert, wie sich die Darmflora von dicken und schlanken Menschen unterscheidet und warum, kannst du in diesem sehr interessanten Artikel nachlesen.

In den meisten Fällen kann aber zum Glück noch nachgeholfen werden und mit gesunder Ernährung, Pro- und Präbiotika und natürlich mit Bewegung, der Darmbakterien nachgeholfen werden.

Wie wir ja gesehen haben, hängt von der Zusammensetzung unserer Darmflora sehr viel ab: wie wir Nahrung verwerten können, ob die Bakterien für uns essenzielle Fettsäuren produzieren, ob wir einen intakten und nicht durchlässigen Darm haben, ob Entzündungen entstehen können, welche Laune wir haben und nicht zuletzt die Stärke unseres Immunsystems!

Gerade in den letzten Jahren erfährt die Wissenschaft immer mehr darüber, wie lebenswichtig diese Bakterien – an Anzahl mehr als die Zellen in unserem Körper! – für uns sind.
In unserem Magen-Darm-Trakt existieren zwischen 400 und 500 Arten von Bakterien. Würde man den Magen-Darm-Trakt flach ausbreiten, hätte er etwa die Größe eines Tennisplatzes und die dort lebenden Bakterienkolonien würden ungefähr 1,5 Kilogramm auf die Waage bringen. Betrachtet man diese Dimensionen, erscheint es recht logisch, dass unser Darm und dessen Bewohner eine wichtige Rolle für unsere Gesundheit spielen.

Bau also unbedingt präbiotische und probiotische Lebensmittel in deinen Essensplan ein.

Präbiotika

Präbiotika sind unverdauliche Nahrungsmittelbestandteile, also Ballaststoffe, die für unsere guten Darmbakterien auf keinen Fall „Ballast“ darstellen. Sie sind die notwendige Nahrung, die diese für unsere Gesundheit so wichtigen Bakterienstämme für ein aktives und langes Leben benötigen.

Wenn präbiotikareiche Lebensmittel nicht oder nur selten gegessen werden, leiden die “guten” Darmbakterien Hunger. In hungrigem bzw. geschwächtem Zustand aber lassen sie sich leicht von pathogenen Bakterien verdrängen. Die Darmflora gerät aus dem Gleichgewicht, eine sog. Dysbakterie entsteht und der Mensch kann krank werden.

Die besondere Bedeutung dieser positiven Bakterienstämme liegt darin, dass sie für eine bessere Verdauung sorgen sowie zur Stärkung des Immunsystems beitragen. Und je mehr gesunde Darmbakterien, desto weniger können sich die krankmachenden Verwandten ausbreiten!

Es lohnt sich also sie jeden Tag zu füttern! Die offizielle Empfehlung lautet mindestens 30g Ballaststoffe am Tag zu essen, wir erreichen dies aber nicht mal annähernd!
Zur Erinnerung – im Einführungsvortrag habe ich erwähnt, dass unsere Vorfahren, die Jäger und Sammler, 120g Ballaststoffe am Tag zu sich nahmen! Und sie hatten nicht mal Vollkornprodukte! Wie also? Natürlich aus pflanzlicher Nahrung, die gesammelt wurde. Wir haben also erstklassige Quellen aus frischem Gemüse und Obst, wir sollten sie öfters in unsere Mahlzeiten integrieren.

Außerdem empfehle ich als Ballaststoffquelle unbedingt noch Hülsenfrüchte, alle Sorten an Zwiebeln, Vollkorn aus eher glutenarmen oder glutenfreien Getreidesorten, Flohsamenschalen, Leinsamen o.ä. und Bananen.

Schrittweise an Präbiotika gewöhnen

Manchmal kann der Verzehr dieser Lebensmittel zu Blähungen führen. Das ist jedoch nur in der Umstellungsphase der Fall, bis sich genügend erwünschte Darmbakterien gebildet haben, die das Nahrungsangebot dankbar nutzen.

Sicherheitshalber beginnt man mit einer niedrigeren Menge an Ballaststoffen und steigert diese allmählich. Mit der kontinuierlichen Vermehrung der guten Bakterien im Darm legen sich schließlich auch die Darmwinde.

Probiotika

Probiotika beinhalten bestimmte Bakterienstämme, die die Darmflora positiv beeinflussen können. Diese sind vor allem fermentierte Lebensmittel, wie Kefir, Joghurt, Miso, Kimchi, Sauerkraut, sauer eingelegtes Gemüse usw. Es ist kein Wunder, dass natürliches Fermentieren wieder in Mode gekommen ist.

Beim Fermentieren kommen natürliche Mikroorganismen, wie Bakterien oder Pilze zum Einsatz. Sie vermehren sich und wandeln den Zucker und die Stärke des Gemüses in Milchsäure um.

Milchsauer vergorene Lebensmittel wie milchsauer eingelegte Gemüse (z. B. Sauerkraut) enthalten daher hochwertige probiotisch wirksame Mikroorganismen. Dazu muss das Sauerkraut aber roh verzehrt werden, andernfalls sterben die nützlichen Mikroorganismen in der Hitze des Kochtopfs.

Du musst keine Joghurts mit angereicherten Bakterienstämmen kaufen, am besten sind die naturbelassenen Bio Bauernjoghurts vom Bauernhof.

Probiotika haben enorme Vorteile (Details in diesem Artikel) für unsere Gesundheit. Ist auch logisch, da sie die Zusammensetzung unserer Darmflora in eine positive Richtung beeinflussen können.

Fazit

Unser Darm spielt eine Schlüsselrolle in unserem Leben, daher lohnt es sich mehr über seine Rolle zu erfahren.

Für Interessierte empfehle ich unbedingt das Buch „Darm mit Charme“ von Giulia Enders. Die Funktionen im Darm werden sehr amüsant und für jedermann verständlich beschrieben.

Unterstürze deine positiven Bakterien jeden Tag mit Prä- und Probiotika, sie werden es dir mit nützlichen Vitalstoffen und mit einem starken Immunsystem danken!

Dein wöchentlicher Bewegungsbeitrag

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