Ernährung, Informatives

Achtung, Falle: Irreführende Inhaltsangaben auf der Verpackung.

Angaben mit Vorsicht genießen

Wenn der Bio Ketchup keinen Zucker enthält, aber mit Bio Apfeldicksaft gesüßt wird, fällt uns vorne auf der Verpackung die Aufschrift „mit Apfeldicksaft gesüßt“ auf. Hey, Apfel ist ja was Natürliches, endlich mal ein gesundes Ketchup für meine Kinder – denken die meisten Mütter. Wenn wir aber hinten die Nährwerttabelle checken und mit einem ganz normalem „Zucker-Ketchup“ vergleichen, enthält dieses Bio Produkt sogar mehr Zucker, als das herkömmliche!
Und die wenigsten wissen leider, dass Fruchtzucker, den auch der Apfeldicksaft in konzentrierter Form enthält, ähnlich schlimme Auswirkungen auf unsere Gesundheit hat, als Haushaltszucker.

Kinderprodukte oft mit viel Fruchtzucker

Ich möchte natürlich nichts unterstellen, oft wissen die Hersteller selber nicht, was gesund wäre, sie folgen einfach den aktuellen Trends und loben aus, was sich gesund anhört.

Wie zum Beispiel die Fruchtsafthersteller, die Säfte, die heute trendigen Smoothies oder meinen „schlimmsten Albtraum“, den Fruchtmus im Quetschbeutel herstellen. Diesen Produkten wird kein raffinierter Zucker zugefügt – ist ja auch überflüssig, der konzentrierte Fruchtzucker sorgt dafür, dass diese Produkte picksüß schmecken.
Die Werbung will uns weismachen, wir würden zwei von den fünft Obst- und Gemüseportionen am Tag mit diesen Produkten gleich erledigen – vom Originalprodukt sind aber diese Fertigsnacks weit entfernt!

Obwohl man denkt, man tut sich selber oder den eigenen Kindern was Gutes, gibt endlich was Gesundes zur Jause mit, füttert das Baby mit reinen Früchten, bitte ich Euch, vermeidet diese Produkte!! Macht einen großen Bogen um den Saftregal und um alle Produkte, die aus konzentrierten Früchten bestehen! Fruchtzucker ist sehr gefährlich für den Körper und kann mittelfristig große Schäden verursachen.

Ein Beispiel von einem Fruchtmus für Kleinkinder ab 1 Jahr. Auf der Verpackung steht:

„Für die sichere und ausgewogene Ernährung Ihres Kindes: Ohne Zuckerzusatz – Früchte enthalten von Natur aus Zucker“
Es enthält sogar zusätzlich Vollkorn, wir könnten also überzeugt sein, ist perfekt für unseren kleinen Schatz!

Der Hersteller meint es gut – bietet „nur“ Süße von reinen biologischen Früchten an. Der konzentrierte Fruchtzucker ist aber sehr gefährlich, vor allem für Kinder. Außerdem gewöhnen sich die Kleinen schon im Baby- und Kleinkindalter an den extrem süßen Geschmack und verlangen dann vermehrt danach.

„Leichter und stärkender“ Genuss für Zwischendurch…?

Ein anderes Beispiel davon, wie man ein eindeutig ungesundes Produkt als unbedenklich und sogar als förderlich verkaufen kann: was steht auf der Verpackung von Milchschnitte? „Mit Milch und Honig.“ Nur natürliche Zutaten! Und wie lautet die Werbung, in der immer wieder auch Sportler für diese perfekte Zwischenmahlzeit werben? „Schmeckt leicht. Belastet nicht. Ideal für zwischendurch.“ Man glaubt es gerne: Milchschnitte schmeckt wirklich herrlich leicht und luftig, dazu versorgt sie uns auch noch mit wichtigem Kalzium. Und Honig ist ja auch natürlich.
Und da sie so leicht schmeckt, essen wir davon meistens nicht nur eine…

Wenn wir genauer hinsehen: Milchschnitte besteht aus etwa 60% aus Zucker und Fett! Sie enthält wesentlich mehr Zucker, wesentlich mehr Fett und wesentlich mehr Kalorien als zum Beispiel ein Stück Schokoladen-Sahne-Festtagstorte! Eine leichte Zwischenmahlzeit, nicht wahr?

Die Zutaten:
Frische Vollmilch (40%), Palmöl, Zucker, Weizenmehl (10,5%), Magermilchpulver (9%), Honig (5%), Butterreinfett, Volleipulver, fettarmer Kakao, Weizenkleie, Backtriebmittel: Dinatriumdiphosphat, Natriumhydrogencarbonat, Ammoniumcarbonat; Emulgator Mono-und Diglyceride von Speisefettsäuren, Salz, natürliche Aromen, Vanillin.

Hauptzutat nach frischer Vollmilch (die ja sich sehr gesund anhört), ist Palmöl. Palmöl oder Palmfett ist das günstigste Fett der Industrie. Das Traurige daran ist, dass wegen dieses Produktes jeden Tag hektarweise Regenwälder gerodet werden! Einzig das Bio zertifizierte Palmöl wird nachhaltig angebaut. Viele Handelsfirmen haben bereits die Vorgabe, kein Palmöl oder Palmfett in ihre Eigenmarken einzusetzen, die ich nur begrüßen kann. Leider ist der Verbrauch der größten Herstellerfirmen immer noch enorm, so dass sich diese traurige Entwicklung weiterhin fortsetzt. Wir können zumindest damit helfen, dass wir möglichst Produkte mit konventionellem Palmfett vermeiden!

Aus den Nährwerten wissen wir, 30% des Produktes sind Zucker. Honig enthält es lediglich 5%, trotzdem wird Honig vorne auf der Verpackung ausgelobt und nicht Zucker. Durch eine Auslobung „Mit Palmöl und Zucker“ würde sich die Milchschnitte weniger gut verkaufen…

Es sind doch gesunde Vitamine drin!

Meistens werden ungesunden Produkten einige, als gesund erachtete Zutaten zugesetzt, damit diese sich gesünder als Konkurrenzprodukte anhören.

Wenn ich sage: „Vitamine und Naschen“ wisst ihr wahrscheinlich bereits, was ich meine – die Bonbons, von denen man zwei nimmt. Diese beruhigen das Gewissen der Mütter – ein wenig Naschen muss ja sein und wenn mein Kind auch noch wertvolle Vitamine dazu bekommt… Bestens! Ich glaube, dazu erspare ich sogar ein Kommentar und gebe hier nur die Zutatenliste bekannt:

Zutaten:
Glukosesirup, Zucker, Glukose-Fruktose-Sirup, konzentrierte Fruchtsäfte 1,3%* (Orange, Limette, Zitrone, Blutorange, Aronia, Holunder), Säuerungsmittel (Citronensäure, Milchsäure), Vitamin C, kondensierte Magermilch, natürliches Orangenaroma mit anderen natürlichen Aromen, Niacin, natürliches Orangenaroma, Vitamin E, natürliches Zitronenaroma mit anderen natürlichen Aromen, Pantothensäure, Molkenerzeugnis, Vitamin B2, Vitamin B6, Vitamin B1, Folsäure, Vitamin B12.

Vitamine – aber zu welchem Preis? Ich kenne wesentlich bessere Formen der Versorgung mit natürlichen und nicht künstlichen Vitaminen… Sogar ohne Zahnverlust, Fettaufbau und zuckerbedingte Krankheiten! (OK, einen kleinen Kommentar konnte ich doch nicht verkneifen…)

Seid also bitte skeptisch der Versprechungen gegenüber, die ihr auf der Verpackung lest oder in der Werbung hört.
Man sagt: was beworben wird, wird auch nicht gebraucht, sonst hätte es keine Werbung nötig. Für Lebensmittel ist das auf jeden Fall wahr!

Über Nährwerte und Zutatenlisten kannst du hier mehr lesen.

Über Katalin

Ich bin Expertin für gesunde Ernährung und teile gerne mein Wissen über einen gesunden Lebensstil. Meine selbst entwickelten Rezepte helfen Dir bei einer gesunden Ernährungsumstellung. Deine Katalin

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